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RAID inaktiv/ inactive, RAID unmounted, RAID entladen, MD0 neu assembeln, mdadm
Posted by Mathias Fuerlinger on 12 August 2015 11:53 PM

Falls sich der RAID auf ihrem QNAP NAS weder manuell mounten noch laden lässt, kann es sein, dass die MD0 erneut zusammengesetzt (assembelt) werden muss.

Beachten Sie bitte dass auf Ihrem QNAP NAS einige automatische Reparaturmechanismen installiert sind. Nur wenn diese nicht greifen, empfiehlt sich eine manuelle Manipulation direkt auf der LINUX Shell-Oberfläche des NAS.
Die hier aufgeführten Lösungen verlangen den sicheren Umgang mit der LINUX Shell. Falls kein Linux Admin zur Stelle ist, empfiehlt QNAP immer automatisierte und standardisierte Lösungen, oder auch die Neuinstallation des NAS und anschliessendes Rückspielen des Backups. Vermeintlich einfachere, individuellen Lösungen werden seitens QNAP nicht empfohlen. Dennoch finden Sie hier eine Anleitung und Hilfestellung für fundierte Linux-Admins, die die Risiken kennen und sich absolut sicher in ihrem Tun sind! 

Zunächst sollten Sie je nach verwendeter Hardware, bzw. Firmware die von QNAP bereitgestellten Reparaturskripte verwenden:

Falls Sie nicht wissen ob Sie Legacy oder HAL Firmware/RAIDs einsetzen, prüfen Sie zunächst die Datei /etc/configraid.conf auf die Zeilen "legacy=yes/no" und "version2=yes/no".
Zum Beispiel sagt legacy=no und version2=yes aus, dass HAL-firmware mit LVM eingesetzt wird.

Bei Einsatz von QNAP Legacy - Firmware:

  1. #> config_util 1 ==> Do sanity-check by .conf and auto-assemble md9
  2. #> config_util 4 ==> Auto-assemble md13 (sda4)
  3. #> storage_boot_init 1 ==> Auto-mount md9 on /mnt/HDA_ROOT; assemble swap device
  4. #> storage_boot_init 2 ==> Assemble data RAID device and mount filesystem
  5. #> /etc/init.d/mountall ==> Mount sda4 on /mnt/ext and extract ext_root

 

Bei Einsatz der QNAP HAL-Firmware (alle KMU-Systeme und aufwärts):

  1. #> storage_util --sys_startup ==> Do sanity-check by .conf and auto-assemble md9
  2. #> storage_util --sys_startup_p2 ==> Assemble data RAID device, bring up LVM, and mount filesystem
  3. #> /etc/init.d/mountall ==> Mount md13 on /mnt/ext and extract ext_root
  4. #> /etc/init.d/smb.sh start ==> Start Samba service
  5. #> /etc/rcS.d/... ==> Other service startup scripts inside here

 

Falls die obigen Reparaturskripte nicht den gewünschten Erfolg erzielt haben, kann der RAID auch manuell gemountet und assembelt werden. Bitte beachten Sie auch, dass eine RAID-Reparatur einige Zeit (je nach Größe der Festplatten und Datenmenge) in Anspruch nimmt und womöglich im Hintergrund noch Reparaturprozesse laufen. Prüfen Sie den Raid-Reparatur Status mit: cat proc/mdstat

 

Die folgenden "Eingriffe" direkt auf der Linux-Shell erfolgen immer durch den admin-Benutzer und auf eigenes Risiko - die folgenden Befehle müssen gemäß ihrer Systemkonfiguration angepasst werden!:

  1. Geben Sie folgende Befehlcodes ein: cd .. cd etc/init.d/services.sh stop (damit wird die Produktivität des NAS eingestellt).
  2. umount /dev/md0 (erstes Raid).
  3. mdadm -AF /DEV/MD0 /DEV/SDA3 /DEV/SDB3 /DEV/SDC3 /DEV/SDD3 ... usw.
    Alternativ kann man auch den Befehl in Kurzform angeben: mdadm -A dev/md0 dev/sd[a-z]3 / (die in den eckigen Klammern stehenden Buchstaben stehen für die Anzahl der Trays im Gerät.
  4. Prüfen Sie mit "cat proc/mdstat", ob der rebuild des RAIDs startet.
  5. Mountversuch bei Verwendung des QNAP-Storage-ManagersV1: mount -t ext3/4 /dev/md0 share/MD0_DATA/ (normalerweise: ext4)
    Bei Verwendung des QNAP-Storage-ManagersV2 muss unter dem Punkt /share/CACHDEV.... gemountet werden.
    Falls Sie eine Fehlermeldung erhalten: mit "Wrong Type, supberblock corrupted/bad" kann versucht werden die Superblocks über den Befehl "e2fsck -fy" zu reparieren. Schlägt dies ebenfalls fehl, hilft nur das Rückspielen eines Backups, Dritt-Software zur Datenrettung (z.B.: R-Studio, ReclaiMe Free RAID Recovery, etc.), oder Datenrettungsdienstleister.
  6. Freigabeordner unter /share neu anlegen. Infos zum letzten Stand findet sich womöglich hier: /etc/config/volumestatus.conf

Bitte in den QNAP Systemlogs nach weiteren Fehlerursachen recherchieren.
Eine Anleitung zur zielführenden Systemprotokoll Auswertung finden Sie im Handbuch hier: http://docs.qnap.com/nas/4.1/SMB/de/index.html?system_logs.htm

Eine gute Anleitung zum manuellen RAID mounten finden Sie auch hier: https://helpdesk.qnap.com/index.php?/de/Knowledgebase/Article/View/301/0/how-to-mount-volume-manually-in-smb-firmware-like-x79-x70x69-after-firmware-405

 

Vorsicht:

Die hier aufgeführten Lösungen verlangen einen sicheren Umgang mit der LINUX Shell. Bitte die folgenden Schritte nur Ausführen wenn Sie wissen was die hier aufgeführten Linux Befehle bedeuten und verursachen können. Der Autor dieser Anleitung oder QNAP übernehmen keinerlei Haftung für mögliche Schäden oder Datenverlust durch Kommandoeingaben auf der Linux Shell Ihres NAS.

Um die Linux Shell Ihres NAS erreichen zu können brauchen Sie neben der IP-Adresse des NAS und den admin-Zugangsdaten des NAS noch folgende Software:

Windows: der SSH-Client Putty (Download hier: http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/download.html). Optional: WinSCP (Download hier: http://winscp.net/eng/download.php)
MacOS: Terminal öffnen, dann SHIFT+APFEL+K drücken.

Bitte beachten Sie auf der QNAP Linux-Shell kann sich NUR der Benutzer admin anmelden!

 

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